Belege

Quellen und Methodik

Für jeden Eintrag des Frequenzlabors: woher die Zahl kommt, was genau behauptet wird und wie belastbar diese Behauptung ist.

Frequenzen: Quellen, Evidenzstatus und Methodik

Stand: 2026-11-03 · Datenbestand: data/frequencies.json · Vertragstest: tests/frequencies-data.cjs

Dieses Dokument belegt für jeden Eintrag des Frequenzlabors, woher die Zahl kommt, was genau behauptet wird und wie belastbar diese Behauptung ist. Es ist die Prüfspur zum Datensatz, nicht die Nutzeroberfläche: Die UI zeigt beschreibung_kurz, evidenzstatus, quelle_url und den Disclaimer; die vollständige Herleitung steht hier.


1. Zweck und Geltungsbereich

Der Datenbestand versorgt das interaktive Frequenzlabor mit Presets. Er trennt strikt zwei Dinge, die in Esoterik-Angeboten üblicherweise vermischt werden:

Kategorie Bedeutung Beispiel
physikalisch Akustisch, physiologisch oder metrologisch messbar; durch Norm, Lehrbuch oder begutachtete Primärliteratur gestützt Hörbereich, EEG-Bänder, ISO-16-Stimmton, Schwebung
esoterisch Überlieferte, numerologisch hergeleitete oder kommerziell populär gewordene Zuordnung Solfeggio-Skala, Planetenfrequenzen, 432 Hz

Die Kategorie sagt nichts über die Wirksamkeit aus. Auch ein physikalisch belegter Wert (z. B. 7,83 Hz Schumann-Resonanz) ist keine Aussage darüber, dass seine Wiedergabe gesundheitlich wirkt. Umgekehrt ist ein esoterischer Wert nicht automatisch „falsch“ – er ist nur nicht empirisch begründet, und genau das steht in evidenzstatus.

Nicht enthalten sind Heilversprechen, Wirkaussagen oder Anwendungsempfehlungen. Der Vertragstest erzwingt das (siehe § 10).


2. Suchstrategie und Aufnahmekriterien

Prüfdatum: 2026-11-02 (alle URLs an diesem Tag abgerufen und auf Inhalt geprüft).

Quellentypen, in dieser Rangfolge:

  1. Normen und Behörden (ISO, NIH/NIBIB, WHO, NASA)
  2. Begutachtete Primärliteratur (Nature, PLOS ONE, Frontiers, Springer, PubMed/PMC)
  3. Lehrbücher mit offener Lizenz (OpenStax College Physics 2e, University Physics Vol. 1)
  4. Primärtexte der Esoterik-Szene selbst (das Buch von 1999, Coustos Originalbroschüre) – für die Frage, was behauptet wird
  5. Musikhistorische Nachschlagewerke (Concise Oxford Dictionary of Music) für Stimmton-Historie

Aufnahmekriterien je Eintrag:

  • Der Wert ist eine konkrete Frequenz oder ein klar begrenzter Bereich.
  • Es existiert eine Quelle, die den Wert selbst nennt – nicht nur eine Sekundärmeldung über ihn.
  • Die Kurzbeschreibung ist ohne Wirkversprechen formulierbar.
  • Wo eine Wirkung behauptet wird, ist der Status nicht belegt, plausibel oder traditionell und die behauptende Quelle ist genannt.

Ausschlusskriterien:

  • Werte ohne auffindbare Primärquelle (siehe § 7). Ausnahme sind die drei Solfeggio-Erweiterungen 174/285/963 Hz: Sie sind vom Master-Auftrag §3.1 und der ADR-Allowlist gefordert und werden als nicht belegt mit der populären Sekundärquelle [27] geführt (siehe 6.12).
  • Werte, die nur als Werbeversprechen existieren (z. B. „111 Hz – Klang der Tempel von Malta“).
  • Doppelte Einträge mit identischem Zahlenwert und identischer Aussage.

Bewertungsregel für nicht belegt: Der Status bedeutet „in der geprüften Literatur keine kontrollierte Evidenz für die konkrete Behauptung gefunden“. Das ist eine Negativfeststellung über den Suchstand, keine Widerlegung. Deshalb nennt § 5 bei diesen Einträgen zusätzlich, welche Studien es gibt und warum sie nicht tragen.


3. Evidenzstatus im Einzelnen

Status Entscheidungsregel Im Datensatz
belegt Norm, Lehrbuch oder begutachtete Studie stützt die Aussage direkt; bei Messwerten reproduzierbar 17 Einträge
plausibel Erste empirische Hinweise (Pilotstudien, Tiermodelle), aber keine belastbare Bestätigung am Menschen 3 Einträge
nicht belegt Behauptung existiert, kontrollierte Evidenz fehlt 11 Einträge
traditionell Zuordnung ist überliefert/gesetzt; Rechenregel nachvollziehbar, Bedeutung esoterisch 10 Einträge

Summe: 41 Einträge, davon 19 physikalisch und 22 esoterisch.

Zwei Regeln, die der Test maschinell prüft:

  • Ein Eintrag der Kategorie esoterisch darf nie belegt sein.
  • Jeder Eintrag mit plausibel, nicht belegt oder traditionell muss warnhinweis: true tragen.

4. Datenschema

{
  "id": "string, eindeutig, slug",
  "name": "Anzeigename",
  "hz": 440,
  "range_hz_min": 440,
  "range_hz_max": 440,
  "kategorie": "physikalisch | esoterisch",
  "unterkategorie": "hoeren | eeg | stimmton | akustik | resonanz | solfeggio | planetarisch | bioresonanz | klangschale | mantra | chakra",
  "evidenzstatus": "belegt | plausibel | nicht belegt | traditionell",
  "beschreibung_kurz": "max. 200 Zeichen, ohne Wirkversprechen",
  "quelle_titel": "Kurzzitat der Quelle",
  "quelle_url": "https://…",
  "partner_hz": null,
  "warnhinweis": true,
  "playback": { "mode": "none" }
}

Konventionen:

  • Einzelton: hz gesetzt, range_hz_min = range_hz_max = hz.
  • Bereich: hz = null, Grenzen gesetzt (Hörbereich, EEG-Bänder, historische Kammertöne).
  • Schwebungs-Demo: hz ist der Grundton, range_hz_max und partner_hz der zweite Ton; die Differenz ist die Schwebungsfrequenz (440/444 → 4 Hz).
  • warnhinweis markiert Einträge, bei denen die UI den Hinweis „keine Wirkaussage“ bzw. einen Lautstärkehinweis einblenden muss.
  • playback ist optional und dokumentiert die Wiedergabe ausdrücklich (ADR §8.2). mode: "none" schließt eine hörbare Wiedergabe aus, auch wenn der Zahlenwert im Hörbereich liegt (Rife, Chladni, Klangschalen, Mantra, Chakren).

5. Claim-Quelle-Matrix

Legende: Q = Quelle im Datensatz, Prüfung = was beim Abruf tatsächlich im Text stand.

5.1 Physikalisch / physiologisch

id Behauptung Status Q Prüfung / Anmerkung
hoerbereich-mensch 20 Hz–20 kHz Hörbereich; darunter Infraschall, darüber Ultraschall belegt [1] Wörtlich: „Normal human hearing encompasses frequencies from 20 to 20,000 Hz… Sounds below 20 Hz are called infrasound, whereas those above 20,000 Hz are ultrasound.“
infraschall < 20 Hz ist bei hohen Pegeln hörbar belegt [2] „infrasound is audible as well, provided that the sound level is high enough“; Schwellen ~86–90 dB bei 16 Hz, ~101–104 dB bei 8 Hz; Töne bis mindestens 2 Hz nachgewiesen.
ultraschall-medizin > 20 kHz, medizinische Wandler im MHz-Bereich belegt [3] „frequencies above the threshold of human hearing (above 20KHz), but most transducers … operate at much higher frequencies (in the megahertz (MHz) range)“. Obergrenze 20 MHz ist eine Modellgrenze des Datensatzes, keine Gerätegrenze.
eeg-delta 0,5–4 Hz belegt [4] Review nennt Delta-Start 0–2 Hz, Ende 3,5–6 Hz; empfiehlt < 4 Hz. Grenzen sind konsensual, nicht genormt.
eeg-theta 4–8 Hz belegt [4] Typisch 4–7,5 Hz; einzelne Arbeiten 2,5–8 Hz.
eeg-alpha 8–13 Hz belegt [4] 85 % der Studien nutzen 8–13 Hz; Streuung 6–14 Hz.
eeg-beta 13–30 Hz belegt [4] Beginn 12–15 Hz, Ende 20–50 Hz.
eeg-gamma 30–45 Hz belegt [4] Typisch 30–40 Hz, Bereich bis 100 Hz; Grenze am uneinheitlichsten.
schwebung-440-444 Schwebungsfrequenz = Differenz der Töne belegt [5] „f_B = |f_1 − f_2|“; Lautstärke schwankt mit dieser Rate.
binaurale-schwebung Getrennte Ohren → Differenzton (4 Hz) belegt [6] Definition im Review; Wahrnehmung belegt, Wirkung umstritten (§ 6.4).
harmonische-obertonreihe Ganzzahlige Vielfache des Grundtons belegt [7] „resonant frequencies that are integral multiples of the fundamental are collectively called harmonics“
kammerton-440 A4 = 440 Hz ± 0,5 Hz belegt [8] ISO-16-Abstract wörtlich: „shall be 440 Hz … within an accuracy of 0,5 Hz“; 2022 bestätigt.
orchesterstimmung-442 Viele europäische Orchester: 442 Hz belegt [9] „most symphony orchestras on the European continent today use 442 Hz“ (ISO Focus 2012).
kammerton-historisch 1700–1850: A zwischen 415 und 429 Hz belegt [10] „Between 1700 and 1850, the note A varied between 415 and 429.“
kammerton-435 1859 Paris: 435 Hz (diapason normal) belegt [10] „the standard of 435 (diapason normal) fixed in Paris in 1859 and confirmed in Vienna in 1885“
schumann-783 1. Modus bei 7,83 Hz; Frequenz schwankt belegt [11] „Their frequencies lie at 7.83 Hz (fundamental), 14.3, 20.8, 27.3 and 33.8 Hz“; „vary from day to day, even hourly“. Kein Hörschall.
gamma-40-stimulation 40 Hz reduziert Amyloid im Mausmodell plausibel [12] Mausstudie (optogenetisch und 40-Hz-Flimmern); keine belegte Therapie am Menschen.
cymatics-chladni Sand zeigt Knotenlinien; Muster hängen von Plattenform und Resonanzfrequenz ab belegt [22] Demonstrationsseite: „Sand on a vibrating plate collects along nodal lines“; Frequenzen 230–3.545 Hz (quadratisch), 631–5.201 Hz (dreieckig), 286–4.338 Hz (geigenförmig) — plattenspezifisch, keine feste Frequenz.
klangschale-obertoene Klangschalen: größenabhängige Grundtöne, unharmonische Obertöne plausibel [23] Beobachtungsstudie (n = 62, keine Kontrollgruppe): weniger Spannung/Angst nach 60 Minuten Klangschalen-Meditation; die Autoren nennen die fehlende Randomisierung selbst als Limitation. Eine feste Schalenfrequenz gibt es nicht.

5.2 Esoterisch / traditionell

id Behauptung Status Q Prüfung / Anmerkung
solfeggio-396 „Ut“ 396 Hz, löst Schuld/Angst nicht belegt [13] Wert und Zuschreibung stehen im Primärtext (Abb. 5.6, S. 177); Belege für die Wirkung fehlen.
solfeggio-417 „Re“ 417 Hz, Wandel/Reinigung nicht belegt [13] Dito.
solfeggio-528 „Mi“ 528 Hz, DNA-Reparatur nicht belegt [13] Primärtext: „the exact frequency used by genetic engineers … to repair DNA“ – unbelegt; einzige Studie ist Zellkultur (§ 6.5).
solfeggio-639 „Fa“ 639 Hz, Beziehungen nicht belegt [13] Dito.
solfeggio-741 „Sol“ 741 Hz, Ausdruck/Entgiftung nicht belegt [13] „Entgiftung durch Töne“ ist kein anerkannter physiologischer Vorgang.
solfeggio-852 „La“ 852 Hz, Intuition nicht belegt [13] Dito.
stimmton-432 432 Hz sei „natürlicher“/gesünder plausibel (kleiner Effekt) [14] Autoren selbst: „no scientific studies that support this hypothesis“; ihre Pilotstudie: −4,79 bpm (p = 0,05), n klein.
cousto-erdtag 194,18 Hz = Erdentag traditionell [15] Rechnung reproduziert (§ 6.6); Deutung esoterisch.
cousto-erdjahr 136,10 Hz = Erdjahr („Om“) traditionell [15] Dito.
cousto-mond-synodisch 210,42 Hz = synodischer Monat traditionell [15] Dito.
cousto-merkur 141,27 Hz traditionell [15] Dito.
cousto-venus 221,23 Hz traditionell [15] Dito.
cousto-mars 144,72 Hz traditionell [15] Dito.
cousto-jupiter 183,58 Hz traditionell [15] Dito; der Shop führt abweichend 183,80 Hz (§ 6.6).
cousto-saturn 147,85 Hz traditionell [15] Dito.
solfeggio-174 174 Hz, „beruhigend, erdend“ nicht belegt [27] [27] führt 174/285/963 als „Erweiterung“ und nennt die Zuschreibungen; die Seite selbst schreibt, die Wirkung sei „not yet scientifically proven“.
solfeggio-285 285 Hz, „Erneuerung der Energiefelder“ nicht belegt [27] Dito; keine Studie genannt.
solfeggio-963 963 Hz, „göttlich, Zirbeldrüse“ nicht belegt [27] Dito; keine Studie genannt.
rife-frequenz-727 727/787/880 Hz seien „Rife-Frequenzen“ nicht belegt [24][25] [24] ordnet 727/787/880 Hz der Crane-Ära (1950er) zu; Rife selbst arbeitete mit MHz-Trägerfrequenzen. [25] findet keine belastbare Evidenz und bezeichnet die meisten Behauptungen als Einzelfallberichte.
bioresonanz-geraete Bioresonanzgeräte diagnostizieren oder therapieren nicht belegt [26] [26]: klinische Studien zeigen keine Zuverlässigkeit bei der Allergie-Diagnostik und keine Wirksamkeit bei Ekzem, Asthma, Krebs oder rheumatoider Arthritis.
chakra-frequenzzuordnungen Sieben Chakren; moderne Hz-Zuordnungen 174–963 Hz traditionell [29] [29]: sieben Zentren, von der westlichen Medizin nicht anerkannt. Frequenzzuordnungen sind moderne Zusätze, variieren je nach Quelle und folgen den Solfeggio-Listen [27].
mantra-om „Om“ ist eine überlieferte Rezitationssilbe traditionell [28] [28] untersuchte hörbares OM-Chanting (n = 12) und beschreibt Vibrationsempfinden; eine feste Frequenz wird nicht genannt, die Pilotstudie ist keine Therapieaussage.

6. Einzelprüfungen

6.1 EEG-Bänder: Warum Bereiche und keine Punktwerte

Die Grenzen der EEG-Bänder sind Konvention, nicht Messgröße. Das Review [4] hat die Resting-State-Literatur systematisch ausgewertet und zeigt: Die jeweils häufigste Definition deckt nur 30–50 % der Publikationen ab. Delta beginnt zwischen 0 und 2 Hz und endet zwischen 3,5 und 6 Hz; Beta endet zwischen 20 und 50 Hz. Empfohlen wird ein nicht überlappendes Schema (Delta < 4, Theta 4–7,5, Alpha 7,5–12,5, Beta 12,5–30, Gamma 30–40 Hz).

Der Datensatz nutzt die verbreitete Lehrbuchvariante (0,5–4 / 4–8 / 8–13 / 13–30 / 30–45 Hz) und benennt die Streuung in der Beschreibung. Ein Preset „Alpha 10 Hz“ ist damit ein Beispielwert innerhalb eines Bandes, keine Norm.

Wichtig für die UI: Die Zuordnung „Band X = Zustand Y“ ist eine statistische Korrelation über Gruppen, keine Steuerungsanweisung. Aus dem Abspielen von 10 Hz folgt keine Alpha-Aktivität (siehe 6.4).

6.2 Hörbereich und Infraschall

20 Hz–20 kHz ist die übliche Lehrbuchangabe [1]; Hörtests prüfen typischerweise 250–8.000 Hz. Die untere Grenze ist keine Hörschwelle, sondern eine Konvention: Unter 20 Hz existiert keine genormte Hörschwelle, und tiefe Töne sind bei ausreichendem Pegel hörbar [2]. Der Datensatz gibt Infraschall deshalb als Bereich 2–20 Hz mit warnhinweis: true aus – nicht weil Infraschall gefährlich wäre, sondern weil die Aussage „unhörbar“ falsch ist und die UI keine Körperempfindungs-Versprechen machen soll.

Pegelangaben (86–90 dB bei 16 Hz) stammen aus [2]; sie dienen der Einordnung, nicht als Einstellwert. Das Labor begrenzt die Ausgabe auf −20 dBFS und clampt auf 20–20.000 Hz – Infraschall und Ultraschall sind damit nicht abspielbar. Das ist beabsichtigt: Ein Browser-Lautsprecher kann diese Bereiche ohnehin nicht sauber wiedergeben, und die Daten dienen der Erklärung, nicht der Beschallung.

Beim Ultraschall nennt die Quelle nur „oberhalb 20 kHz“ und den „MHz-Bereich“ [3]; die Obergrenze von 20 MHz im Datensatz ist deshalb eine Modellgrenze für die Darstellung, keine Aussage über Geräte- oder Therapiegrenzen.

6.3 Stimmton-Historie

  • 440 Hz ist die einzige genormte Zahl: ISO 16:1975, 2022 bestätigt, Toleranz 0,5 Hz [8].
  • 442 Hz ist Praxis, nicht Norm: ISO beschreibt 2012, dass kontinentaleuropäische Sinfonieorchester höher stimmen, während UK/USA/Japan bei 440 Hz bleiben [9]. Die 2025er-Studie zu 432 Hz nennt für deutsche Berufsorchester 443 Hz [16] – die Angabe schwankt also je Orchester.
  • 435 Hz war die erste gesetzliche Festlegung (Paris 1859, Wien 1885) [10].
  • 415–429 Hz ist der historische Bereich für 1700–1850 [10]. Der Datensatz bildet ihn als Bereich ab; 415 Hz ist die untere Grenze und dient der UI als spielbarer Ankerwert, nicht als historische Messung.

Konsequenz für die UI: 440 Hz als „Standard“ kennzeichnen, 415/432/435/442 als historische bzw. alternative Stimmungen – ohne Wertung „richtig/falsch“.

6.4 Schwebung, binaurale Beats und die Entrainment-Frage

Physik (belegt): Zwei Töne mit den Frequenzen f₁ und f₂ erzeugen eine Amplitude, die mit |f₁ − f₂| schwillt [5]. Bei 440 + 444 Hz sind das 4 Schwellungen pro Sekunde. Das ist Addition von Wellen, keine Hirnleistung.

Binaurale Beats (Wahrnehmung belegt, Wirkung offen): Werden die Töne getrennt auf die Ohren gegeben, entsteht der Differenzton im Hörsystem [6]. Ob daraus eine messbare Veränderung der Hirnaktivität folgt („Brainwave Entrainment“), ist nicht geklärt: Das systematische Review [6] fand 14 geeignete Studien – 5 stützen die Entrainment-Hypothese, 8 widersprechen ihr, 1 gemischt. Für das Beta-Band fand keine Studie einen Effekt.

Metastudien zu Wirkungen: Eine Metaanalyse über 22 Studien berichtet einen mittleren Effekt (g = 0,45) auf Kognition, Angst und Schmerzwahrnehmung [17]; eine spätere Metaanalyse über 15 Studien kommt auf g = 0,40 für Gedächtnis und Aufmerksamkeit, betont aber heterogene Befunde [18]. Solche Effekte sind mit Erwartung, Entspannung und Studiendesign konfundiert. Der Datensatz führt deshalb keinen Eintrag „Beta-Beats verbessern Fokus“; die Schwebungs-Einträge beschreiben ausschließlich die Akustik.

6.5 Solfeggio: Primärquelle und Beweislage

Herkunft. Die sechs Töne stehen in Abb. 5.6 (S. 177) des Buches von 1999 [13], wörtlich:

„1.Ut=396=9 2. Re =417 =3 3. Mi = 528 =6 4. Fa = 639 = 9 5. Sol =741 = 3 6. La = 852 = 6“

Die Herleitung ist im Buch selbst dokumentiert: Versnummern aus Numeri 7, 12–83, per „pythagoreischer“ Quersumme auf eine Ziffer reduziert, dann als Hertz gelesen. Es handelt sich also nicht um eine mittelalterliche Tonleiter, sondern um eine Konstruktion des 20. Jahrhunderts; die Silben Ut/Re/Mi/Fa/Sol/La stammen aus der Solmisation, die Zahlen nicht.

Die 528-Hz-Behauptung. Im selben Kapitel steht, 528 Hz sei „the exact frequency used by genetic engineers throughout the world to repair DNA“ [13]. Dafür wird keine Studie genannt. Die einzige experimentelle Arbeit, die regelmäßig als Beleg angeführt wird, ist eine Zellkultur-Studie an menschlichen Astrozyten unter Ethanolstress: Bei 528 Hz (80–120 dB) überlebten rund 20 % mehr Zellen [19]. Das ist kein DNA-Reparatur-Nachweis, keine Studie am Menschen und kein Beleg für eine frequenzspezifische Wirkung (Vergleichsfrequenzen fehlen).

Folge für den Datensatz: Status nicht belegt, warnhinweis: true, und die Beschreibung nennt die Behauptung ausdrücklich als unbelegt. Die Töne bleiben als Presets erhalten, weil sie das sind, was Nutzer suchen – aber mit korrektem Etikett.

6.6 Planetenfrequenzen: Rechnung nachvollziehbar, Deutung nicht

Coustos Verfahren [15] ist eine reine Oktavtransposition:

f₀ = 1 / T        (T = Periode in Sekunden)
f  = f₀ · 2^n     (n so, dass f im hörbaren Bezugsbereich liegt)

Ich habe alle acht Werte aus astronomischen Perioden nachgerechnet (Zielbereich 170 Hz; für alle acht Werte ergibt jede Zielvorgabe zwischen 128 und 256 Hz dieselbe Oktavzahl n):

Objekt Periode T f₀ n f berechnet Wert im Datensatz Cousto [15]
Erdentag (synodisch) 86.400 s 1,1574e−5 Hz 24 194,18 Hz 194,18 194,18
Erdjahr (tropisch) 31.556.925 s 3,1688e−8 Hz 32 136,10 Hz 136,10 136,10
Mond (synodisch) 29,530589 d 3,9194e−7 Hz 29 210,42 Hz 210,42 210,42
Merkur 87,9691 d 1,3164e−7 Hz 30 141,27 Hz 141,27 141,27
Venus 224,701 d 5,1509e−8 Hz 32 221,23 Hz 221,23 221,23
Mars 686,980 d 1,6848e−8 Hz 33 144,72 Hz 144,72 144,72
Jupiter 4.332,589 d 2,6709e−9 Hz 36 183,58 Hz 183,58 183,58
Saturn 10.759,22 d 1,0757e−9 Hz 37 147,85 Hz 147,85 147,85

Der Vertragstest Cousto-Frequenzen sind aus astronomischen Perioden reproduzierbar führt diese Rechnung bei jedem CI-Lauf aus. Damit ist belegt: Die Zahlen sind korrekt oktavierte Perioden, keine Messungen und keine Musiktheorie. Die Zuschreibungen („belebend“, „Sinnlichkeit“, „Om“) sind Marketing und Esoterik – dafür gibt es keine Studien, und der Status ist traditionell.

Bekannte Unstimmigkeiten in Coustos eigenen Publikationen, die hier nicht geglättet werden:

  • Jupiter: 183,58 Hz in der Broschüre [15], 183,80 Hz im Shop.
  • Pluto: 140,25 Hz (klassische Liste) vs. 140,64 Hz (überarbeitete Broschüre). Pluto ist deshalb nicht im Datensatz.
  • Erdentag: 194,18 Hz (synodisch) vs. 194,71 Hz (siderisch) – beide Werte sind zulässig, je nach gewählter Periode. Der Datensatz nutzt den synodischen Wert und nennt ihn so.

6.7 432 Hz: kleiner Effekt, keine Gesundheitswirkung

Die bekannteste kontrollierte Arbeit [14] ist eine doppelblinde Crossover-Pilotstudie mit Musik in 440 Hz vs. 432 Hz. Ergebnis: Herzfrequenz im Mittel −4,79 bpm (p = 0,05), Blutdruck und Atemfrequenz nicht signifikant. Die Autoren schreiben selbst, dass es für die Behauptung besserer Wirkung keine wissenschaftlichen Studien gab. Eine neuere randomisierte Crossover-Studie an Krebspatient:innen verglich 432 Hz mit 443 Hz und fand −3 bpm vs. −1 bpm (p = 0,04) [16].

Einordnung: Ein Unterschied von 2–5 Schlägen pro Minute bei kleinen Stichproben ist als physiologischer Effekt plausibel, aber empfindlich gegen Erwartungseffekte, Musikauswahl und Messzeitpunkt. Klinische Relevanz ist nicht gezeigt. Deshalb plausibel, warnhinweis: true und keine Aussage über Gesundheit.

6.8 40 Hz: Mausmodell ≠ Therapie

[12] zeigt im Mausmodell, dass 40-Hz-Stimulation (optogenetisch und als Lichtflimmern) Amyloid-β senkt und Mikroglia aktiviert. Das ist ein relevanter Grundlagenbefund, aber: Tiermodell, kein Audio, keine belegte Übertragbarkeit auf den Menschen. Status daher plausibel mit ausdrücklichem Hinweis, nicht belegt.

6.9 Rife und Bioresonanz: Zahlen ohne Wirknachweis

Rife-Geräte gehen auf die Behauptung zurück, Krankheitserreger hätten eine „Mortal Oscillatory Rate“, mit der sie sich zerstören ließen. Die heute kursierenden Audiozahlen sind davon abgeleitet: [24] ordnet 727, 787 und 880 Hz der Crane-Ära der 1950er-Jahre zu und weist darauf hin, dass Rife selbst mit Trägerfrequenzen im Megahertz-Bereich arbeitete; die „Consolidated Annotated Frequency List“ (CAFL) ist eine Hobbyisten-Sammlung mit tausenden, untereinander widersprüchlichen Einträgen. [25] (Cancer Research UK) findet keine belastbare Evidenz und bezeichnet die meisten Wirkbehauptungen als persönliche Berichte ohne wissenschaftliche Untersuchung. Deshalb: ein repräsentativer Eintrag rife-frequenz-727 statt eines Listenimports, Status nicht belegt, warnhinweis: true, playback: none.

Bioresonanz ist ein Gerätesegment, keine einzelne Frequenz. [26] (Memorial Sloan Kettering) fasst die klinische Evidenz zusammen: keine Zuverlässigkeit bei der Allergie-Diagnostik, keine Wirksamkeit bei atopischer Dermatitis, Asthma, Krebs oder rheumatoider Arthritis. Der Eintrag bioresonanz-geraete bildet deshalb einen Bereich 1 Hz–1 MHz ab (Modellgrenze, keine Gerätenorm) und ist nicht abspielbar.

6.10 Cymatics und Chladni-Figuren: Figur statt Frequenz

Chladni-Figuren entstehen, wenn eine Platte bei einer ihrer Resonanzfrequenzen schwingt und Sand sich an den Knotenlinien sammelt [22]. Die Muster sind plattenspezifisch: Die Demonstrationssammlung nennt für quadratische Platten 230–3.545 Hz, für dreieckige 631–5.201 Hz und für geigenförmige 286–4.338 Hz. Eine „Cymatics-Frequenz“ existiert damit nicht; der Eintrag cymatics-chladni ist ein Erklärungseintrag mit hz: null und dem Hörbereich als Modellgrenze. Er ist ausdrücklich nicht abspielbar, und die geplante Visualisierung (P9) bleibt nicht implementiert — der Eintrag behauptet keine Wirkung.

6.11 Klangschalen, Mantras, Chakren

  • Klangschalen: Der Ton hängt von Größe, Form und Anschlagtechnik ab; Schalen haben unharmonische Teiltöne und keine feste Note. Die Beobachtungsstudie [23] (n = 62) berichtet weniger Spannung und Angst nach einer 60-minütigen Klangschalen-Meditation, hat aber keine Kontrollgruppe und keine Randomisierung. Status plausibel, warnhinweis: true. Der Bereich 60–2.000 Hz ist eine Modellgrenze für die Einordnung, keine Messung an einer konkreten Schale.
  • Mantras: „Om“ ist eine überlieferte Silbe, die in der eigenen Sprechstimme rezitiert wird; eine feste Frequenz ist nicht definiert. Die Pilotstudie [28] (n = 12) zeigt Aktivierungsmuster im fMRI, ist aber keine Therapieaussage. Status traditionell. Der Bereich 80–300 Hz entspricht der üblichen Grundfrequenz der Sprechstimme (Männer ca. 90–155 Hz, Frauen ca. 165–255 Hz) und ist keine „Mantra-Frequenz“.
  • Chakren: Das Sieben-Zentren-Modell ist überliefert und wird von der westlichen Medizin nicht anerkannt [29]. Frequenzzuordnungen sind moderne Zusätze: Die populären Solfeggio-Listen [27] verbinden 174–963 Hz mit einzelnen Zentren, andere Quellen nutzen 216–864 Hz oder Tuning-Fork-Sätze. Der Eintrag chakra-frequenzzuordnungen nennt deshalb nur den Bereich und den Querverweis auf die Kristallseite, ohne Wirkaussage und ohne Ton.

6.12 Solfeggio-Erweiterungen 174/285/963 Hz

Der Primärtext von 1999 [13] enthält ausschließlich die sechs Töne 396–852 Hz. 174, 285 und 963 Hz sind spätere Erweiterungen, für die sich 2026 keine Primärquelle finden ließ; die frühere Fassung dieses Dokuments hat sie deshalb ausgelassen (§ 7, alte Fassung). Der Master-Auftrag §3.1 fordert sie ausdrücklich, und ADR §8.2 führt sie in der Allowlist. Deshalb sind sie jetzt als eigene Einträge mit dem Status nicht belegt und der populären Herstellerliste [27] als Quelle aufgenommen — die Seite nennt die Zahlen und Zuschreibungen und schreibt selbst, die Wirkung sei nicht wissenschaftlich belegt. Damit ist keine Scope-Änderung des Master-Auftrags nötig; die Lücke ist gefüllt und bleibt als solche gekennzeichnet.


7. Bewusst nicht aufgenommene Einträge

Nicht aufgenommen Grund
Uranus, Neptun, Pluto (Cousto) Uranus und Neptun wiederholen nur das Oktavverfahren ohne zusätzlichen Erkenntniswert; Pluto hat in Coustos eigenen Publikationen zwei Werte (140,25/140,64 Hz, siehe 6.6).
„111 Hz – Tempelresonanz“ Populäre Behauptung ohne nachvollziehbare Messung; keine Primärquelle gefunden.
„Beta-Beats für Fokus“, „Alpha für Entspannung“ Das sind Wirkaussagen, nicht Frequenzen. Die Evidenzlage ist widersprüchlich [6]; solche Presets würden ein Versprechen in die UI tragen, das der Datensatz nicht deckt.
Infraschall-/Ultraschall-Presets zum Abspielen Vom Labor nicht reproduzierbar (Clamp 20–20.000 Hz) und für Lautsprecher/Wiedergabe ungeeignet; die Bereiche bleiben als Erklärungseinträge erhalten.
Vollständige Rife-/CAFL-Listen Tausende, untereinander widersprüchliche Einträge ohne kontrollierte Evidenz [24][25]. Ein repräsentativer Eintrag (rife-frequenz-727) dokumentiert das Thema, ohne eine Scheingenauigkeit zu erzeugen.
Chakra-Frequenztabellen einzelner Anbieter Die Zuordnungen widersprechen sich (174–963 Hz, 216–864 Hz, Tuning-Fork-Sätze) [27][29]. Der Datensatz nennt nur den Bereich und den traditionellen Status, keine Anbieterliste.

7.1 Bewusst aufgenommene Grenzfälle (Nachtrag zu Befund B2)

Aufgenommen Begründung
rife-frequenz-727, bioresonanz-geraete Master-Auftrag §3.1 und ADR §8.2 nennen Rife ausdrücklich. Status nicht belegt, nicht abspielbar.
cymatics-chladni Pflichtthema §3.1. Erklärungseintrag ohne Wirkaussage; P9 (Visualisierung) bleibt nicht implementiert.
klangschale-obertoene, mantra-om Pflichtthema §3.1; die Obertonreihe existiert bereits, Klangschalen und Mantras fehlten als eigene Einträge.
chakra-frequenzzuordnungen Pflichtthema §3.1; traditionell, ohne Wirkaussage, mit Querverweis auf die Kristallseite.
solfeggio-174, solfeggio-285, solfeggio-963 Pflichtthema §3.1 und ADR-Allowlist; als nicht belegt mit populärer Sekundärquelle aufgenommen (siehe 6.12).

8. Widersprüche, Grenzen, offene Punkte

  1. Schumann-Resonanz: Der Lehrbuchwert 7,83 Hz ist eine theoretische Näherung; kontinuierliche Messreihen (z. B. Tomsk) berichten ein Zentrum um 7,6 Hz mit ±0,3 Hz tages- und jahreszeitlicher Schwankung. Der Datensatz nennt 7,83 Hz als Modus und weist die Schwankung im Text aus. Die oft behauptete „Resonanz mit EEG-Bändern“ ist eine Zahlenähnlichkeit, kein nachgewiesener Kopplungsmechanismus.
  2. EEG-Bänder: Es gibt kein normiertes Schema; jede Bandangabe ist eine Konvention. Der Datensatz dokumentiert die verwendete Konvention.
  3. ISO 16 vs. Orchesterpraxis: Die Norm sagt 440 Hz, die Praxis großer Orchester 442–443 Hz. Beides ist im Datensatz getrennt ausgewiesen.
  4. Cousto-Versionen: Die Broschüre von 2009 und die Shop-Liste weichen bei Jupiter und Pluto voneinander ab; Zahlen wurden nicht „harmonisiert“.
  5. Solfeggio-Literatur: Es existiert eine kaum überschaubare Grauliteratur mit wechselnden Listen (sechs, sieben, neun Töne; teils 432 Hz mitten in der Reihe). Der Datensatz stützt sich ausschließlich auf den Primärtext und verzichtet auf nicht belegbare Erweiterungen.
  6. Negativbefunde sind Suchstand, kein Beweis. „Nicht belegt“ heißt: In den geprüften Quellen fand sich keine kontrollierte Evidenz. Es heißt nicht, dass eine Wirkung mit Sicherheit ausgeschlossen ist.
  7. Sprachgrenze: Die Recherche erfolgte überwiegend englischsprachig; deutschsprachige Fachliteratur zu Audiostimulation wurde nicht systematisch durchsucht.
  8. Keine Metaanalyse, keine GRADE-Bewertung. Für die Statusvergabe wurde die jeweils stärkste gefundene Evidenz bewertet, nicht ein vollständiges systematisches Review erstellt.

9. Disclaimer (verbindlicher Text)

Der Text steht in data/frequencies.json unter disclaimer.lang und ist von der UI dauerhaft sichtbar zu halten. Volltext:

Dieses Frequenzlabor ist ein Bildungs- und Experimentierangebot. Es ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung und ist kein Medizinprodukt. Aus der Wiedergabe von Tönen werden keine Heil-, Gesundheits- oder Wirkversprechen abgeleitet. Einträge mit dem Status „nicht belegt“ oder „traditionell“ geben überlieferte oder populäre Vorstellungen wieder, für die kein wissenschaftlicher Nachweis besteht; sie sind im Datenbestand ausdrücklich so gekennzeichnet. Höre nur bei angenehmer Lautstärke, beginne leise und mache regelmäßig Pausen: Die WHO empfiehlt für Freizeitbeschallung höchstens 80 dB(A) über 40 Stunden pro Woche. Wenn du einen Hörschaden, Tinnitus oder eine Erkrankung hast, bei der laute Geräusche oder bestimmte Töne Beschwerden auslösen, kläre die Nutzung vorab ärztlich ab und brich sie bei Unwohlsein sofort ab.

Warum diese Formulierungen:

  • „kein Medizinprodukt“ – verhindert die Einordnung als Medizinprodukt im Sinne des MPG/MDR und die damit verbundenen Pflichten.
  • Keine Wirkaussagen – § 3 HWG stellt irreführende Werbung unter Strafe, insbesondere wenn „Gegenständen … eine therapeutische Wirksamkeit oder Wirkungen beigelegt werden, die sie nicht haben“ [20]. Genau das wäre „528 Hz heilt DNA“.
  • Lautstärkehinweis mit Zahl – die WHO-Grenze 80 dB(A) / 40 h pro Woche [21] ist die belastbare Referenz; sie macht den Hinweis prüfbar statt bloß gut gemeint.
  • Keine Heilversprechen, keine Anwendungsempfehlung – der Text beschreibt, was das Angebot ist, nicht was es bewirkt.

Der Disclaimer ersetzt keine Rechtsberatung; vor einer Veröffentlichung mit Werbeaussagen ist eine juristische Prüfung sinnvoll.


10. Reproduktion und Prüfung

# Datenvertrag (Schema, Quellen, Disclaimer, Wirkbehauptungen, Cousto-Arithmetik)
node --test tests/frequencies-data.cjs

# bzw. über npm
npm run test:frequencies

Der Test prüft 14 Punkte, darunter:

  • valides JSON, mindestens 20 Einträge, eindeutige IDs, beide Kategorien
  • Pflichtfelder und Typen, Bereichslogik, hz innerhalb des Bereichs
  • beschreibung_kurz ≤ 200 Zeichen
  • jede Zeile mit evidenzstatus und auflösbarer quelle_url
  • Disclaimer enthält „kein Medizinprodukt“, „keine Heil-/Gesundheitsversprechen“, 80 dB, Pausen, ärztliche Abklärung
  • Blacklist gegen Wirkformulierungen („heilt“, „hilft gegen“, „senkt den Blutdruck“ …); DNA-Aussagen nur mit Einordnung „unbelegt/beworben/Behauptung“
  • esoterische Einträge nie belegt; warnhinweis bei allen nicht-belegten Status gesetzt
  • Cousto-Werte aus astronomischen Perioden nachgerechnet
  • Themen-Abdeckung: Pflicht-IDs aus Master-Auftrag §3.1 (Rife/Bioresonanz, Cymatics/Chladni, Klangschalen/Mantras, Chakren, Solfeggio 174/285/963); fehlt ein Thema, schlägt der Test mit dem ID-Namen fehl
  • Wiedergaberegeln der Themen-Einträge: Rife, Bioresonanz, Chladni, Klangschalen, Mantra und Chakren tragen playback: none und eine https-Quelle; die drei Solfeggio-Erweiterungen tragen nicht belegt und warnhinweis: true

Manuelle Prüfungen, die der Test nicht leisten kann: ob die Quelle den Wert tatsächlich nennt (Spalte „Prüfung“ in § 5), ob die Kurzbeschreibung den Quellinhalt verzerrt, und ob eine Quelle für die konkrete Behauptung taugt. Diese Prüfungen sind oben dokumentiert und bei Änderungen zu wiederholen.


11. Hinweise für UI und Audio-Engine

  • Statusanzeige: evidenzstatus als Badge mit vier klar unterscheidbaren Zuständen; nicht belegt/traditionell nicht verstecken, sondern erklären.
  • Quellenlink: quelle_url immer als externer Link mit rel="noopener noreferrer", Ziel _blank, plus quelle_titel als Linktext (nicht „Quelle“).
  • Clamp: 20–20.000 Hz; hz === null (Bereiche) nie direkt an den Oszillator geben, sondern einen Startwert innerhalb des Bereichs wählen.
  • Schwebung: Bei gesetztem partner_hz zwei Oszillatoren mischen, Gain entsprechend halbieren (Summe zweier Vollausschläge sonst +6 dB).
  • Warnhinweis: warnhinweis: true → Hinweis „Esoterische/traditionelle Zuordnung, keine belegte Wirkung – nicht zur Behandlung von Krankheiten“ in der Detailansicht.
  • Barrierefreiheit: Status nicht nur über Farbe codieren (Text + Icon), Frequenzwert als Text ausgeben („440 Hz“), Screenreader-Ansage bei Presetwechsel.
  • Kein Autoplay, AudioContext erst nach Nutzer-Interaktion; Startpegel −20 dBFS, harte Ausgabegrenze −6 dBFS (siehe ADR und data/frequencies.json → disclaimer.lautstaerke).

12. Quellenverzeichnis

Alle URLs abgerufen am 2026-11-02; [22]–[29] zusätzlich am 2026-11-03 geprüft (HTTP-Status und Inhalt).

  1. OpenStax, College Physics 2e, Kap. 17.6 „Hearing“ — https://openstax.org/books/college-physics-2e/pages/17-6-hearing (CC BY-NC-SA; nur als Nachweis zitiert)
  2. C. Kugler et al., „Temporal integration of infrasound at threshold“, J. Assoc. Res. Otolaryngol. (2023), PMC10389702 — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10389702/
  3. NIBIB (NIH), „Ultrasound“ (Definition > 20 kHz, Wandler im MHz-Bereich) — https://www.nibib.nih.gov/science-education/science-topics/ultrasound
  4. J. J. Newson & R. Thiagarajan, „EEG Frequency Bands in Psychiatric Disorders: A Review of Resting State Studies“, Front. Hum. Neurosci. 12:521 (2019), PMC6333694 — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6333694/
  5. OpenStax, College Physics 2e, Kap. 16.10 „Superposition and Interference“ — https://openstax.org/books/college-physics-2e/pages/16-10-superposition-and-interference
  6. R. M. Ingendoh, E. S. Posny & A. Heine, „Binaural beats to entrain the brain? A systematic review“, PLOS ONE 18(5):e0286023 (2023) — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10198548/
  7. OpenStax, University Physics Vol. 1, Kap. 17.4 „Normal Modes of a Standing Sound Wave“ — https://openstax.org/books/university-physics-volume-1/pages/17-4-normal-modes-of-a-standing-sound-wave
  8. ISO 16:1975, Acoustics — Standard tuning frequency (Standard musical pitch), bestätigt 2022 — https://www.iso.org/standard/3601.html
  9. ISO, ISO Focus, Nov.–Dez. 2012, „Tuning up“ — https://www.iso.org/files/live/sites/isoorg/files/news/magazine/ISO%20Focus+%20(2010-2013)/en/2012/ISO%20Focus+,%20Nov.-Dec.%202012.pdf
  10. The Concise Oxford Dictionary of Music, Stichwort „pitch“, via encyclopedia.com — https://www.encyclopedia.com/arts/dictionaries-thesauruses-pictures-and-press-releases/pitch
  11. V. Stolc, M. Ohayon & F. Freund, „The Impact of the Schumann Resonances on Human and Mammalian Physiology“ (NASA-White-Paper) — https://science.nasa.gov/wp-content/uploads/2023/05/154_48a5766284d47dc2523cb38d856654f6_STOLCVIKTOR.pdf
  12. H. F. Iaccarino et al., „Gamma frequency entrainment attenuates amyloid load and modifies microglia“, Nature 540:230–235 (2016), PMC5656389 — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5656389/
  13. L. G. Horowitz & J. Puleo, Healing Codes for the Biological Apocalypse, Tetrahedron 1999, Abb. 5.6, S. 177 (Faksimile) — http://library.pyramidal-foundational-information.com/books/Healing%20Codes%20for%20the%20Biological%20Apocalypse%20Puleo.pdf (Bibliografie: https://openlibrary.org/books/OL8355690M)
  14. D. Calamassi & G. P. Pomponi, „Music Tuned to 440 Hz Versus 432 Hz and the Health Effects: A Double-blind Cross-over Pilot Study“, Explore (NY) 15(4):283–290 (2019) — https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31031095/
  15. H. Cousto, The Cosmic Octave Tuning Forks (Planetware, 2009, CC BY-NC-ND 4.0) — https://planetware.de/octave/The_CoOc_Tuning.pdf
  16. „Differential effects of sound interventions tuned to 432 Hz or 443 Hz on cardiovascular parameters in cancer patients“, BMC Complement Med Ther (2025) — https://link.springer.com/article/10.1186/s12906-025-04758-5
  17. M. Garcia-Argibay, M. A. Santed & J. M. Reales, „Efficacy of binaural auditory beats in cognition, anxiety, and pain perception: a meta-analysis“, Psychological Research 83:357–372 (2019) — https://link.springer.com/article/10.1007/s00426-018-1066-8
  18. S. Basu & B. Banerjee, „Potential of binaural beats intervention for improving memory and attention“, Psychological Research 87:951–963 (2023) — https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35842538/
  19. T. Babayi & G. H. Riazi, „The Effects of 528 Hz Sound Wave to Reduce Cell Death in Human Astrocyte Primary Cell Culture Treated with Ethanol“, J. Addict. Res. Ther. 8:335 (2017) — https://doi.org/10.4172/2155-6105.1000335
  20. § 3 Heilmittelwerbegesetz (HWG) — https://www.gesetze-im-internet.de/heilmwerbg/__3.html
  21. WHO, „Deafness and hearing loss: Safe listening“ — https://www.who.int/news-room/questions-and-answers/item/deafness-and-hearing-loss-safe-listening
  22. University of Colorado Boulder, Physics Demonstrations, „Chladni Figures“ (Plattengeometrie, Resonanzfrequenzen 230–5.201 Hz) — https://physicslabs.colorado.edu/demos/oscillations-and-waves/instruments/resonance-in-plates-bars-solids/chladni-figures
  23. T. L. Goldsby, M. E. Goldsby, M. McWalters & P. J. Mills, „Effects of Singing Bowl Sound Meditation on Mood, Tension, and Well-being: An Observational Study“, J. Evid. Based Complementary Altern. Med. 22(3):401–406 (2017), PMC5871151 — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5871151/
  24. Radionics.pro, „Rife frequency lists: CAFL, origins and radionic rates“ (727/787/880 Hz als Crane-Ära; CAFL als Hobbyisten-Sammlung) — https://radionics.pro/glossary/rife-frequencies
  25. Cancer Research UK, „Rife machines and cancer“ (keine belastbare Evidenz; Einzelfallberichte) — https://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/treatment/complementary-alternative-therapies/individual-therapies/rife-machine-and-cancer
  26. Memorial Sloan Kettering Cancer Center, „BioResonance Therapy“ (klinische Studien ohne Nutzen) — https://www.mskcc.org/cancer-care/integrative-medicine/herbs/bioresonance-therapy
  27. Meinl Sonic Energy, „Solfeggio-Frequencies“ (Herstellerliste mit 174/285/963 Hz und dem Hinweis, die Wirkung sei nicht wissenschaftlich belegt) — https://meinlsonicenergy.com/en/topics/Solfeggio-Frequencies
  28. B. G. Kalyani et al., „Neurohemodynamic correlates of ‚OM‘ chanting: A pilot functional magnetic resonance imaging study“, Int. J. Yoga 4(1):3–6 (2011), PMC3099099 — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3099099/
  29. Cleveland Clinic, „7 Chakras and What They Mean“ (sieben Zentren; von der westlichen Medizin nicht anerkannt) — https://health.clevelandclinic.org/chakras

13. Änderungslog

Datum Änderung
2026-11-02 Erstfassung: 32 Einträge (17 physikalisch, 15 esoterisch), Schema, Vertragstest, Disclaimer
2026-11-03 Befund B2 (Abschlussreview t_a0f14bb2): neun Pflichtthemen-Einträge ergänzt (Rife 727 Hz, Bioresonanzgeräte, Chladni/Cymatics, Klangschalen, Mantra „Om“, Chakren, Solfeggio 174/285/963). Neuer Stand 41 Einträge (19 physikalisch, 22 esoterisch), Status 17/3/11/10, 13 hörbar. § 7 dokumentiert die bewussten Auslassungen und die aufgenommenen Grenzfälle; Themen-Abdeckungstest in tests/frequencies-data.cjs.